Beobachtungsmöglichkeiten

Auf der Sonne erkennt man beim Blick durch das Okular zahllose Details in den sporadisch auftretenden Sonnenflecken und auf der Sonnen-„Oberfläche“ selbst.
Kleinere parallel montierte Spezialinstrumente zeigen die Sonne im monochromatischen Licht des Wasserstoffs und des Calziums. In diesen Wellenlängenbereichen werden auch Gasausbrüche am Sonnenrand, die so genannten Protuberanzen, sichtbar. Bei hoher Sonnenaktivität übersteigt die Größe dieser explosionsartig aufsteigenden Gasmassen den Erddurchmesser leicht um das Fünffache. In den Instrumenten der Sternwarte zeigt sich die Sonne als äußerst dynamisches Objekt, das jeden Tag einen anderen Anblick bietet.

Auf dem Erdmond zeigt das Instrument lavagefüllte Ebenen, die heute noch historisch bedingt als „Mondmeere“ bezeichnet werden, und zahllose Einschlagkrater, deren Größe von etwa 200km bis herab zu weniger als 1km reicht. Durch die täglich wechselnde Phasengestalt des Erdmondes werden innerhalb eines Monats laufend andere Regionen sichtbar, so dass gerade hier eine wiederholte Beobachtung mit einigen Tagen Abstand jeweils einen völlig anderen Anblick zeigt.

Bei der nächtlichen Beobachtung des Sonnensystems erscheinen die Riesenplaneten Jupiter und Saturn besonders eindrucksvoll. Trotz ihrer großen Entfernungen von rund 770Mio. und 1,4Mrd. km werden zahlreiche Details, viele Monde und beim Saturn vor allem noch der berühmte Ring deutlich sichtbar. Im Verlauf von einigen Stunden oder Tagen kann man die Umlaufbewegungen der Jupitermonde, die schon Galilei 1610 entdeckte, verfolgen: Monde ziehen vor dem Planeten vorüber, werfen ihren Schatten auf den Jupiter oder verschwinden für einige Stunden hinter dem Planeten.

Unser äußerer Nachbarplanet, der Mars, befindet sich etwa alle 780 Tage in Erdnähe, wobei die Abstände zur Erde dann im Bereich von 55Mio. bis 101Mio. km schwanken. Bei großer Erdnähe, ruhiger Luft und hoher Vergrößerung kann man im Fernrohr mit geübtem Blick helle und dunkle Flecken auf der Marsoberfläche erkennen. Besonders gut sind die weißen Polkappen, ähnlich der Arktis und der Antarktis auf der Erde, auszumachen. Auf dem Mars gibt es ausgeprägte Jahreszeiten, so dass man über Monate das Anwachsen und Abschmelzen der ausgedehnten Trockeneisfelder gut verfolgen kann – sofern nicht gerade ein Sandsturm den Blick auf die Oberfläche verwehrt.

Auch im inneren Sonnensystem gibt es viel zu entdecken: Die Venus, die abwechselnd als gleißend heller Morgen- und Abendstern auf der Himmelsbühne erscheint, zeigt im Fernrohr Phasen wie der Erdmond und im ultravioletten Licht kann man mit Kameras sogar ansatzweise Oberflächendetails abbilden. Auch der Merkur kann mit einem Fernrohr am Taghimmel jeweils knapp rechts oder links der Sonne erspäht werden – hierfür ist jedoch besonders klarer Himmel unbedingte Voraussetzung. In der Dämmerung zeigt sich der innerste Planet jeweils nur kurz und in geringer Höhe über dem Horizont.

Am gestirnten Himmel zeigen die Teleskope Sternhaufen, die Milchstraße, Gasnebel, Galaxien und Veränderliche sowie Doppel- und Mehrfachsterne.

Auch bei besonderen Himmelsereignissen, z. B. bei Mond- und Sonnenfinsternissen, bei Sternbedeckungen durch den Mond, oder bei einem plötzlich neu erschienenen Kometen werden Sonderführungen angeboten.